| | | BlutegeltherapieBei der Blutegeltherapie handelt es sich um ein in der Mitte des 20. Jahrhunderts fast in Vergessenheit geratenes Therapieverfahren, welches in den vergangenen Jahren von der Medizin wieder entdeckt wurde. Die Blutegeltherapie ist ein sogenanntes ausleitendes Heilverfahren. Bei der Blutegeltherapie werden Blutegel (Hirudo medicinalis) an die Stelle, an der sie saugen sollen, gesetzt, bis der Biss erfolgt. Dieses wird durch einen feinen stechenden Schmerz, verbunden mit rhythmischen Saugbewegungen, angezeigt. Sobald der Egel sich vollgesaugt hat, löst er sich selbstständig ab. Ein Egel saugt etwa 10 ml Blut und weitere 50 ml werden durch die einsetzende Nachblutung ausgeleitet. Zum therapeutischen Einsatz werden ausschließlich medizinische Blutegel verwendet. Medizinische Blutegel werden traditionell angewandt bei folgenden Indikationen: - Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis)
- Ödeme
- Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris)
- Blutergüsse ( Hämatome)
- Hämorrhoiden
- Analvenenthrombose
- Furunkel und Karbunkel
- Arthrosen an verschiedenen Gelenken
sowie überall dort, wo im Sinne einer allgemeinen Entlastung Ausleitung und Aderlass angestrebt wird. Gegenanzeigen: Der medizinische Blutegel sollte nicht angewendet werden bei immungeschwächten Patienten oder solchen, welche unter immunsuppressiver Therapie stehen. Weiterhin ist bei Patienten, die Antikoagulantien einnehmen (z.B. Heparinpräparate, ASS, Marcumar) mit längeren Nachblutungszeiten zu rechnen. Diese Präparate sind ggf. vor der Therapie abzusetzen bzw. die Nachblutung ist entsprechend lang zu überwachen. zurück | |